Das Haus

der  Steinzeitkinder
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Wir bauen ein Steinzeithaus


Buben und Mädchen aus verschiedenen Grund- und Haupt- schulklassen der Volksschule Vohburg haben so ein Haus mit ihren Lehrern errichtet. 

 

Die Materialbeschaffung

Schon im Spätherbst zogen damals die Schüler klassenweise mit Gartenscheren und Stricken bewaffnet zu verschiedenen Streu- wiesen am Altwasser und schnitten das Schilf für die Dachein- deckung. Das gebündelte Schilf wurde in einer luftigen Schul- garage gelagert. Die Garage war am Ende der Aktion bis an die Decke mit Schilf vollgepfropft. 
Im städtischen Auwald sowie im Menninger Rechtlerwald säg- ten die Buben verschiedenster Werkgruppen das benötigte Holz mit Handbügelsägen. Da das Haus auch noch mit einem schüt- zenden Flechtzaun umgeben werden sollte, halfen auch etliche Eltern bei einer neuerlichen Holzaktion mit.

Die Arbeitsschritte

Zuerst wurde der Grundriss mithilfe von Fluchtstäben und Sand festgelegt. Buben der 9. Klasse gruben mit „Handbagger“ und Spaten die Pfostenlöcher aus. Danach konnten die Pfosten (Materialliste 1 + 2) gesetzt und durch Verstampfen verdichtet werden. Beim Setzen der Pfosten ist es ratsam, die Pfetten (tragende Querhölzer) in die Astgabeln zu legen, damit die Pfosten der beiden Außenreihen sowie der Mittelreihe alle gleich hoch werden. 

Steinzeithaus im Rohbau

Nun verbanden die Buben der 5.- und der 6. Klasse mit Hanf- stricken die Pfetten mit den eingegrabenen Pfosten. Die Pfetten wurden wiederum mit den Hölzern mit Astabzweig (3), Zimmerer sprechen von Sparren, verbunden.
Nun ist die Dachkonstruktion schon gut erkennbar.

 Alle Arbeiten am Haus wurden auch in den Osterferien fortge- führt.

Im Abstand von etwa 50 cm banden die Kinder nun die „Dach- latten“ auf die Sparren. Bevor wir zum Dachdecken kamen, ver- flochten wir die Giebel-  sowie die Seitenwände mit dünnen Ha- sel- oder Weidenruten. Unser Häuschen erwies sich bereits  als äußerst stabil.

Die Dacheindeckung erfolgte in der sogenannten „Klemmtech- nik“. Die etwa armdicken Schilfbündel wurden zwischen  „Dachlatte“ und einem Klemmholz, also einer weiteren langen Rute, geklemmt. Alle 50 cm mussten die beiden Hölzer mit Schnüren fest zusammengepresst werden, damit das Schilf nicht wieder herausrutscht. So entstand Deckreihe für Deckreihe. Die Firstreihe wurde geknickt und an beiden Seiten mit Haselstan- gen befestigt. Damit das Dach gänzlich dicht wird, wollen wir später über den First Grassoden legen.

"Steinzeitmaurer"

An einem warmen Nachmit- tag betätigten sich Zweitkläss- ler als Maurer. Lehm wurde mit Wasser und Stroh ver- mengt und durch Stampfen zu einem Mörtel verarbeitet. Mit bloßen Händen bewarfen die Kinder das Wandgeflecht und verschmierten den Lehm.  
Die Kleinen hatten großen Spass mit dem glitschigen Material und sahen hinterher entsprechend aus. Die Fertigstellung des gesamten Verputzes erfolgte ein Jahr später mit Sechstklässlern in den Pfingstferien.

 

Grundriss, Vorderansicht und Materialliste

 

 

Materialliste für das Hausskelett:

Für die Pfosten, erweist sich Eichenholz am haltbarsten. Wir bauten unser Haus mit Buchen-, Erlen- und Haselholz, da wir es geschenkt bekamen.
Hinweis: Besorgt euch lieber etwas mehr Holz, als laut Liste be- nötigt wird.

Pfosten:
10 x 2,10 m mit Astgabel (1),
Æ  8-10
  5 x 3,80 m mit Astgabel (2),
Æ 10-12
  6 x 2,10 m ohne Astgabel,   
Æ  5-8
  4 x 3,80 m ohne Astgabel,   
Æ  8-10

Pfetten:
 
3 x 5,50 m, Æ  6-8

Sparren:
18 x 3 m mit Astabzweig zum Einhängen in Pfetten (3),
Æ 6-8

Dachlattung:
14 x 5,5 m , kann gestückelt werden,
Æ 2-3

weitere Materialien:

  Hanfstricke zum Verbinden der Holzteile

  Schilf für die Dacheindeckung

 lange Weiden- oder Haselschösslinge zur  Wandverflechtung

 

©Eduard Albrecht   Stand: 04.01.02